Autopsien des Alltäglichen
Sonntag, 30. November 2014
Empfehlungen
Deutschland ist ja bekanntlich ein Land der Ge- und Verbote. Egal wo man sich befindet, es gibt immer Schilder, die einem etwas vorschreiben.

So auch hier. Allerdings ist es nicht immer ein reines Gebot, an das man sich halten muss. Vielmehr weiß man doch ob der menschlichen Art und Verhaltensweise der Landesbewohner, dass man mit Verboten nicht viel erreicht. So gilt zwar auf den Autobahnen eine Höchstgeschwindigkeit, die auf 120 km/h begrenzt ist, dennoch sind sehr viele Einwohner mit weit höheren Geschwindigkeiten unterwegs. Und das nicht nur innerhalb der erlaubten Fahrspuren, nein, vielmehr wird hier der links vom inneren Fahrbahnrand bestehende Pannenstreifen mitbenutzt. Dort sind dann die Strenggläubigen unterwegs. Unangeschnallt im amerikanischen Suburban, der 5jährige steht vor dem Beifahrersitz, die Geschwindigkeit bei etwa 160 bis 180 km/h, der Abstand zum Vordermann bei 2 Metern, das Fernlicht an. Gebremst wird nicht, der Fahrer des Autos, dem man in den Kofferraum klatscht, hat selber Schuld, er hätte ja zur Seite gehen können.

Geblinkt wird übrigens nie, Ausfahrten werden im letzten Moment von der mittleren der drei Fahrspuren angesteuert. Bei gut 140 Sachen einfach mal rechts rübergezogen, egal, was da gerade fährt. Lediglich der Warnblinker wird zeitweise genutzt. Und zwar dann, wenn man mal auf 120 abbremst, weil da ein ungetarnter Geländewagen rechts am Rand steht, der eine Geschwindigkeitskamera installiert hat. Nach passieren desselben wird wieder auf die Tube gedrückt.

Und daher verwundert es auch nicht, wenn man innerhalb einer Baustelle auf jenes Schild trifft:

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Donnerstag, 29. Mai 2014
Bald vielleicht mit Aufenthaltsgenehmigung
Das Besuchsvisum strebt dem Ende seiner Gültigkeit entgegen, doch immer noch bin ich im Lande des Propheten. Inzwischen haben sich die Temperaturen frühsommerlich eingestellt, morgens um kurz vor acht erreichen sie schon mal 36 Grad auf dem kurzen Weg zum Büro, aber normalerweise herrschen eher kühle 32 Grad vor. In den Nachmittagsstunden werden dann 41 oder 42 Grad erreicht, ideales Wetter also für verfrorene Gestalten.

Nun also noch eine Woche, dann die Rückkehr nach Deutschland, da ich das "andere" Visum dort beantragen muss. Die Vorarbeiten dafür sind schon großteils erledigt, ein Arztbesuch zum Gesundheitscheck steht noch an, aber dann sollte sich der Visumserwerb höchstens noch zwei Wochen hinziehen. Nun ja.

Unterhaltungsmäßig hat sich hier nichts verändert, es gibt nur das Fernsehprogramm, angefüllt mit entweder stark geschnittenen Liebesfilmen oder mit unzensierten Gewaltfilmen. Ich jedenfalls wundere mich nicht mehr, wenn wieder irgendwo jemand seinen Anspruch auf 72 Jungfrauen durchsetzen möchte, die Fernsehbildung bereitet indirekt darauf vor.

Was mir fehlen wird? Möglicherweise die Notwendigkeit, alle 30 Tage nach Bahrain auszureisen, um das Visum zu erneuern. Dies geschieht automatisch bei der Wiedereinreise nach Saudi-Arabien. Mit der neuen Aufenthaltsgenehmigung ist das nicht mehr notwendig. Ich denke aber, ich werde trotzdem den Brauch beibehalten, alleine schon aus dem Grund, mal wieder "Normalität", oder zumindest ein wenig mehr westlichen Lebensstil, zu sehen.

Was sich hier ändert? Nicht viel. Immer noch ist das ein sehr patriarchalisches Land, aber inzwischen sieht man doch Aufweichungen. So sitzen zeitweise im kleinen Supermarkt hier um die Ecke, aber auch bei Carrefour in Dammam, tief verschleierte Frauen an den Kassen. Auch hier hält die Not, den Ehemann finanziell zu unterstützen, Einzug, nicht jeder profitiert von den Öldollars. Trotzdem bleibt Autofahren für die Damenwelt tabu, ebenso sind alle Restaurants noch immer nach Männern und "Familien" getrennt. Doch auch bei den Restaurants, speziell in den Malls, geht es inzwischen gelockerter zu.



Man kann es schlecht erkennen, aber das schwarz-weiße Schild an der Decke schreibt "not for families" vor, da dies hier der Singlemannbereich ist. Trotzdem haben sich Familien hier Platz gesucht, hinter mir saßen drei Frauen an einem Tisch. Und es kam kein Sittenwächter. Aufbruch in eine gelockerte Zukunft? Vielleicht.

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Dienstag, 4. März 2014
Daily routine
A bit more than five weeks have passed now and already I can tell you: it is boring. Not necessarily the work I have to do, but everything apart from it.

This is for sure the most boring place on earth. Keeping in mind that money and western equipment is available nothing is being done to entertain the people over here. There are no bars or cinemas for entertainment during the weekends. Yes, there is a corniche and a short beach available, but the public restrictions are high.

Bilder Upload

Women have to cover themselves completely in public and are not allowed to drive cars. All restaurants have two sections: one "open" one where you can see inside through the windows, which is called "male section" and one with completely covered windows, the "family section". And this applies to all restaurants, disregarding if it is an expensive one or a fast food restaurant.

Coming to the fast food. All well known names are present here, the yellow "M", the king of burgers, fried chicken from Kentucky, Italian food out of a hut as well as for domino players, name it. And that also has got impact on the shape of the people. Similar the situation at the supermarkets. Mainly imported food is available there, most time marked with "imported from U.S." and full of sugars. A tribute to the oil companies, I guess.

So what to do? As my current visa allows me only to stay a consecutive 30 days maximum, I have to leave the country for one day so it will start counting again. Luckily Bahrain is not too far from where I am, so it is possible to get a ride with my colleagues every 4 weeks to there.

Bahrain. The brothel of the Middle East, as it is called. Haven't seen anything like that there so far. Maybe we are in the wrong corner when we visit.

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The advantage of Bahrain in this case is that, although it is a muslim country as well, people are much more relaxed than in Saudi. Going to a mall will show you European dressed women and men amongst arabs. Shop assistants most times are filipinas, nobody bothers. And, of course, alcohol is available throughout the numerous bars and clubs. So you can have a nice night out with the colleagues, have fun and have a look at the girls, which does not even imply any further action.

Counting already backwards for the next trip to come.

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Sonntag, 2. Februar 2014
Outside
Eine Woche ist nun rum. Die erste Woche in einem Projekt, dessen Dauer immer noch unbekannt ist. Man setzte zwar 5 Jahre an, berechnete die Mannmonate aber mit weniger als 4 Jahren und spricht nun davon, doch schon in 3 Jahren fertig zu sein. Nun gut, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Und wo nun? Hier! Hier ist am Wasser, der Blick nach vorne wie auch zurück zeigt hauptsächlich Menschen mit stark konservativen Ideen, speziell, was die Situation der Männer und Frauen angeht. Unter anderem. Es werden wohl lange und langweilige Jahre werden, denn an Unterhaltungsmöglichkeiten mangelt es. Außer, man ist mit einem fahrbaren Untersatz gesegnet und nutzt diesen, am Wochenende in ein anderes, freieres, aber religiös genau so geartetes Land zu fahren. Über eine große Brücke.

Nun wollen wir aber mal schauen, was sich so entwickelt. Und ein paar Fotos hochladen. Sofern das nicht schon beim Aufnehmen unterbunden wird. Aber einige wenige habe ich bereits.



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Freitag, 13. Dezember 2013
Es lebt noch
Sieh an, der letzte Eintrag ist vom Januar. Bitterkalt war es damals in Shanghai. Und was passierte danach?

Nun, Ende Februar endete das Nigeriaprojekt für mich, seit dem bin ich wieder im Haupthaus in Deutschland und warte auf ein neues Projekt, zwischenzeitlich lediglich damit beschäftigt, Zuarbeiten für die Kollegen zu liefern.

Im Frühling gab es einen kleinen Ausflug in nördlich gelegene Gefilde:

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Dann, im Sommer, wieder südlich, aber mit Tieren:

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Im Spätherbst noch ein kleiner Ausflug, wiederum nördlich, aber nördlicher als der Frühlingsausflug:

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Und nun sitze ich gegen Jahresende immer noch in Merkelland und warte auf ein neues Projekt. Am Horizont zeichnet sich etwas im Südosten ab, aber das kann und wird wohl Anfang nächsten Jahres erst was werden.

Bleiben Sie mir bitte einfach gewogen.

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Mittwoch, 23. Januar 2013
One night in Bangkok Shanghai...
Es waren mehr als nur eine Nacht. Aber der Reihe nach.

Das Berufsleben erfordert es manchmal, dass man zu technischen Abnahmen zu den herstellenden Firmen reisen muss, da man sich von der gekauften Qualität vor Ort überzeugen lassen will. Speziell, wenn der Käufer aus einem Land mit ziemlichen Reiserestriktionen stammt (übrigens begründet auf den Verhaltensweisen der Einwohner jenes Landes und ihrer ziemlich miesen Reputation im Ausland) und daher gerne die Möglichkeiten offizieller Reisen nutzt, um mal was von der Welt zu sehen und sich woanders auch daneben zu benehmen.

Und so traf es sich also, dass ich mich eines Montagmorgens im 18. Stock eines Hochhauses im Hotelzimmer wiederfand mit Blick auf einen der ältesten Tempel der Stadt.



Shanghai also, Wirtschaftszentrum im östlichen China und nur zwei Autostunden entfernt von den Fabriken, in denen wir die technischen Abnahmen durchzuführen hatten. Versüßsauert wurde uns der Aufenthalt durch die kundige Besitzerin der Firma, die es sich nicht nehmen ließ, uns jeden Abend auszuführen, damit wir die verschiedenen Geschmacksrichtungen der chinesischen Küche ausprobieren konnten.



So verköstigte man uns erst einmal mit lokalen Hopfenblütentees, die sich geschmacklich dann doch an bekannteren Getränken orientierten.



Desweiteren gab es repräsentative Querschnitte durch die chinesische Küche, mal Szechuan Art, dann wieder Shanghaier oder Hongkonger Art. Allen gemeinsam für den Westeuropäer ist, dass, wenn mit Stäbchen traditionell genossen, man als Ungeübter meist danach hungrig und mit einem Krampf in der Hand ins Bett geht. Aber es dient der schlanken Linie. Im Übrigen beurteilte die Gastgeberin bereits Gerichte als "scharf", die den afrikanischen Besuchern meist nur als "schwacher Anflug eines Gewürzes" vorkamen.



Und dann das Shoppen. In China muss man ja handeln, wenn man nicht über unbegrenzte Geldmengen verfügt. Auch wenn ausgepreist, eine Ware kann immer noch im Preis gedrückt werden. Und zwar kräftig. Einstiegspreise von 20 Euro (160 RMB) kann man mit etwas Geduld meist bis auf unter 2 Euro (15 RMB) runterhandeln. Man muss nur hart bleiben und auch mal den Anbieter oder das Geschäft verlassen, um zu einem Konkurrenten zu gehen. Folgt einem der Verkäufer bis auf die Straße hinaus, ist das eigene Gebot mit Sicherheit immer noch zu hoch, ergo ein großer Gewinn für den Verkäufer und daher das Nachlaufen wert.



Desweiteren gibt es natürlich in China auch Kulturelles zu sehen. Tempel, beispielsweise, mit Abbildern von Göttern, teilweise mit verfassungswidrigen Zeichen, die dort allerdings keinerlei politische Bedeutungen haben.



Und auch Göttinnen findet man dort. Bei Temperaturen von gerade mal zwei Grad über null.



Und dann, mitten in der Stadt, direkt neben einer Hochautobahn gelegen, eine Oase der Ruhe und Entspannung. Ein öffentlicher Park, in dem sehr viele Chinesen dem Tai Chi nachgehen. Und man abends die Möglichkeit hat, in wunderschönem Ambiente zu speisen.



Und nicht weit davon die Konsumtempel mit ihren Angeboten an Keksen jeglicher Couleur, deren Anblick bereits krankhafte Zellveränderungen hervorruft. Ich habe es nicht ausprobiert und möchte eigentlich auch nicht wissen, ob die Farbstoffe den Stoffwechselprozess überleben und bunte Spuren in der Keramik hinterlassen.



Alles in Allem aber ein sehr interessanter Einblick in ein China, das sehr kapitalistisch, sehr westlich geworden ist. Und nun mit Problemen innerhalb von 10 Jahren kämpft, für die wir im Westen mehr als 50 Jahre Zeit hatten. Darunter fallen beispielsweise extrem hohe Gehaltsanpassungsforderungen (15% jährlich), steigende Immobilienpreise und eine extrem hohe Luftverschmutzung.

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Dienstag, 1. Januar 2013
Happy
new year to everyone.

Ich weiß, hier sind die Beiträge sehr rar geworden. Momentan bin ich eher auf Twitter unterwegs. Und zeitweise auch auf meinem Zweit- und Blödsinnsblog.

Im beruflichen Bereich zeichnet sich das vorzeitige Ende des Projektes ab, wieder mal. Ich weiß noch nicht, was der Arbeitgeber in petto hat, aber wenn es wieder etwas Neues gibt, werde ich natürlich berichten.

Bis dahin bleiben Sie mir bitte gewogen.

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Freitag, 22. Juni 2012
Ich wär so gerne Millionär...
So. Nachdem ich dann gestern 8 Spamkommentare hier gelöscht habe (ja, liebes südafrikanisches Restaurantportal, Werbung kommt hier ganz schlecht an), ist mal wieder Zeit, ein kleines Schmankerl aus dem Spamordner einzukopieren. Frisch gefunden eine Mail nebst Word-Anhang. Und den mal kurz in HTML geöffnet, man weiß ja nie...
Greetings,

Naturally, this letter will come to you as a surprise since we have not met, permit me however with dispense of honor and respect that I humbly make this appeal to you with the understanding that any fact/s or opinion/s expressed in this letter are given in confidence and solely for your personal information and use. I am skeptical about a lot of thing going on the internet which is the only way I think I can get this message passed on to you but If it does not interest you, disregard the mail but if it makes sense to you, I open my arms wide to do business with you in trust and sincerity.

I am Dr. Raymond Christopher, I am the chief auditor here at the bank, I got your email address from a business network agency here in London were I have employed their service to seek for a foreign partner that I can entrust and partner with in making this a success without hitches, I was assured that you very capable and honest to handle the capacity of this transaction.

Few yrs ago, I used an unclaimed fund {$100 million USD} whose owner has died 23yrs ago and no one has come to claim the money. I secretly invest the fund in a high interest program in the Swiss bank, it ran for 7yrs and the capital fund made a profit of $10million USD.

I have stopped the program and have returned the capital back to our bank unknown, now it’s this $10 million USD profit I made which is in an escrow account in the bank where I work here in London United Kingdom, but I will like to put you forward as the beneficiary with guidance to pull the interest I made from the investment and transfer it out of London to your country. All I have to do is to name you as the beneficiary and have it transferred to any bank account of your choice.

I don't know who to contact, that's why I am contacting you today, I will need you to partner with me and provide an account where I can wire transfer this fund and as soon as you have received it in your bank account on the receipt of your readiness and quittances to prove that you have the capacity to handle this transaction, I will fly over to meet you. I will give you 50% of the money for your help and I will take 50% too. This transaction is 100% risk free as I legitimately acquired the fund so there is nothing to be afraid of.

If you are interested in this transaction, please do not hesitate to call me as soon as possible on my private contact Email :( kennethmalcolm01@gmail.com) as I said there are no risks involved in this transaction; I can provide you with documentation of the high interest trading for your perusal.
Thanks You

Dr. Kenneth Malcolm
Lieber Kenneth, es ist schön, dass Du Dir so eine Mühe machst. Was mich lediglich irritiert, ist Deine Kommasetzung. Auch war mir nicht bewusst, dass Du zwischenzeitlich Deinen Namen hast ändern lassen. Nennst Du Dich im Brief doch Raymond Christopher. Leidest Du etwa unter einer gespaltenen Persönlichkeit? Oder bist Du ein siamesischer Zwilling mit verschiedenen Elternteilen?
Was mich auch verwundert: seit wann ruft man E-Mailadressen an? Hast Du etwa da einen intelligenten Anrufbeantworter sitzen? Nun, alles, was den IQ einer schimmeligen Banane übersteigt ist wahrscheinlich eh schon intelligenter als Du. Aber sei es drum.

Dann die finanzielle Seite: Du hast das Geld heimlich bei der Schweizer Bank investiert. Nur: welcher genau? Gut, wahrscheinlich bist Du aus Deinem Dorf noch nie rausgekommen, jedenfalls nicht weiter als bis zum Internetcafe, aber ich kann Dir verraten: in der Schweiz gibt es mehr als nur eine Bank. Ganz viele sogar, und dabei rede ich nicht von den Konstruktionen, auf denen man seinen Hintern plattsitzt. So platt, wie Dein Versuch, an mein Geld heranzukommen.
7 Jahre investiert und 10 Millionen gemacht in dieser Zeit. Kenneth, das ist schwach. 10 Millionen von 100 Millionen sind gerade mal 10%. Da bieten mir andere 419er weitaus höhere Renditen an. Das sind ja nur läppische 1,37% Zinsen im Jahr. Da kriege ich bei meiner Raiffeisenkasse ja mehr. Tses.

Aber schön, mal wieder von Dir zu lesen. Mal schauen, ob Du auf meine Antwort reagierst? Oh, für die Neugierigen, hier die Antwort:
Dear Kenneth,

I am surprised to receive this letter from you, after all these years. I thought you were lost in transition, following this nasty story with your ex-wife. But I am gad to read that you are well and could make some money over the years.

Of course I am very interested to do business with you. Luckily I have some sleeping accounts I can use for this transaction, neither of my employees knows about it. So just drop me an e-mail if you are interested and we can meet up soon again!

Best regards

Dr. Samuel M. Worship

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Mittwoch, 15. Februar 2012
Dining out in Abuja - Marco Polo
This Chinese restaurant is located in 911 plaza, Maitama. You can reach it when you come from the British Council roundabout direction Hilton and at the junction you turn left. Then take the next road on your right side and you will reach the place immediately to your left. Kilimandjaro is located in the same complex.

The restaurant is equipped nicely, we went there on valentine's day and there was a life singer there. Unfortunately the staff was not really prepared for all the guest visiting.

This resulted in a kind of push-out-ordering without sufficient time to enjoy the meal. Something like this should be organised in a better way, especially when you order a "dinner for two" and pay almost 35.000 Naira for it.

The food was ok, spicy chicken, spicy noodles, non-spicy beef. I don't like fish, so I don't know how the shrimps were. Steamed rice came with it, the appetizer was either Peking soup or chicken with sweet corn soup and 4 spring rolls. As dessert there was either ice cream or fruit salad (some pieces of pineapple ad water melon). The food came with two glasses of champagne and one large bottle of water.

Now the "but"s: it took us five times until we got the complimentary bottle of water. A colleague of mine who sat next to us had to order his beer also 3 times until it arrived.
Then there was confusion about the starters, so in case of my colleague they got 6 spring rolls, but 2 were taken away from them by picking them with fingers, as the mistake was realised.
Even before we got our dessert, the bill was already ready as new customers were waiting for our table.
And regarding to what my colleague said the shrimps were not too nice, rather soft and tasteless.

So for the money spent compared to the service offered: not necessarily a place to go again to.

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Donnerstag, 9. Februar 2012
Und nun einmal etwas Ernstes
Echt jetzt. Nach den ganzen Blödeleien der letzten Monate ist mir beim Kommentieren in einem anderen Blog ein Link ans Herz gelegt worden. Warnung! Man muss erstens des Englischen mächtig sein und zweitens gut 80 Minuten Zeit aufwenden können.

Aber dieser Link zeigt mir mal wieder, dass, überraschenderweise, auch in den Vereinigten Staaten Menschen leben, die sich Gedanken über die Zukunft machen und nicht komplett patriotisiert sind. Und bestätigt mich bei meiner eigenen Urteilsfindung, die ebenso mathematisch begründet ist.

Mir war und ist es schon lange suspekt, dass die Wirtschaft nur funktioniert, wenn es Wachstum gibt. Ein Satz, den man dauernd eingetrichtert bekommt. Umsatzsteigerung. Auch hier, in der echten Pathologie, wird Umsatzsteigerung angestrebt. Mehr verdienen als letztes Jahr, mehr Umsatz machen. Nur nicht ein Nullwachstum durchmachen. Mit der entsprechenden Konsequenz für die Mitarbeiter: mehr Arbeit bei fast gleichem Lohn. Nur: irgendwann sind die Kapazitäten der Mitarbeiter erschöpft, da bringt auch eine Lohnerhöhung nichts mehr. Und wenn ich ins produzierende Gewerbe schaue: da sind es die Kapazitätsgrenzen der Maschinen. Neue Maschinen, die mehr produzieren zum gleichen Preis? Schön und gut, aber wer soll diese Mehrproduktion kaufen? Und wie hält man den Preis, wenn man über Bedarf produziert?

Ich bin ja der Meinung, eine Firma sollte anstreben, lediglich für jeden Menschen in ihrem Einzugsbereich ein Produkt, dafür aber nachhaltig und langlebig, zu produzieren. Das ist in gewisser Weise eine Planwirtschaft, ja, aber auch sinnvoll. Diese ganze Geschichte mit geplanter Obszoleszenz etwa ist eine riesige Ressourcenverschwendung. Oder auch das vom Marketing aufoktroierte: ih, sie haben da ja noch ein altes Modell vom letzten Jahr... Klar ist es toll, mit dem neuesten Automodell durch die Gegend zu kurven. Aber ist es wirklich so, dass man sich nach drei oder fünf Jahren daran sattgesehen hat? Oder wird einem das nicht eher durch die Werbung eingeimpft? Immerhin, es gibt viele „Ewiggestrige“, die sich in Sachen Auto etwa einen Oldtimer halten, die einen als Sammler, die anderen aus rein finanziellen Gründen, da ihnen das Geld zum Neuwagenkauf fehlt.

Nicht nur das Auto, auch das Mobiltelefon, Schuhe, Kleidung, Brillen, Frisuren: alles wird einer Mode, einem Trend unterworfen. Wer „in“ sein will, muss diese Trends mitmachen. Bewährtes wegwerfen (oder irgendwo aufheben) und Neues kaufen. Umsatz, das ist, was zählt. Und damit verbunden der Verbrauch an Ressourcen. Mit Schrecken denke ich daran, was auf uns zu kommen wird. All die neuen Technologien beispielsweise für die Energieerzeugung, wenn einmal das letzte Öl, die letzte Kohle in einem Kraftwerk verheizt wurde: Windräder und Wasserturbinen, deren Lagerstellen geschmiert werden müssen. Doch womit? Photovoltaik, für deren Herstellung Erdöl und Energie benötigt werden. Und dann die Gerätschaften, die das Leben leichter machen, aber von Energie abhängig sind: Wasserwerke beispielsweise. Denn wieviele Menschen können sich einen eigenen Brunnen leisten, und wenn, wie pumpen sie das Wasser nach oben ins Haus, in die Wohnung?

In Zukunft werden sich die Prioritäten für Reichtum verschieben. Heutzutage ist reich, wer sich diverse Urlaube, schicke Autos und große Häuser leisten kann. In Zukunft ist jemand reich, der sich eine geheizte Behausung und fließend Wasser leisten kann. Die Menschheit wird nicht mehr, wie von der Bundesregierung propagiert, mobil den Arbeitsstellen hinterherreisen, die Menschheit wird wieder sehr stationär werden. Reisen über Land? Ich denke, die Postkutschen werden wiederkommen und Pferdefuhrwerke. Altes Wissen wird wieder gefragt sein, manuelle Tätigkeiten wie Schuhmacher und Schneider eine Renaissance erleben. Und aus diesen Gründen finde ich es gar nicht mal so schlimm, wenn ich die Schlagzeilen lese, die besagen, dass die Deutschen aussterben werden. Denn irgendwie muss man ja den Markt bedienen können, der sich da bilden wird. Und das geht nur, wenn weniger Menschen da sind.

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